Konzept

Konzept Schulsozialarbeit in den Schuljahren 2020/ 2021 und 2021/2022

Die Schulsozialarbeit wird für das laufende Schuljahr 2020/2021 und das kommende Schuljahr 2021/22 wie folgt geplant:

Definition Schulsozialarbeit:

Schulsozialarbeit hat die Aufgabe, soziale Themen in die Schule einzubringen und durch das Einwirken auf eine lernförderliche Schulatmosphäre eine Verbesserung der Lern- und Bildungschancen zu schaffen. Zusätzlich kommt der Schulsozialarbeit die Aufgabe zu, Eltern bzw. Familien dort zu unterstützen, wo Bedarf ist.

Schulsozialarbeit ist die intensivste Form der Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Beide Professionen, Schulsozialarbeit und Schule, übernehmen gemeinsam die Verantwortung für eine ganzheitliche Lebens- und Lernkultur in der Schule. Als gleichberechtigte Partner bringen sie auf der Grundlage einer konstruktiven Zusammenarbeit ihre Möglichkeiten und Kompetenzen aufeinander abgestimmt ein.

Schule bietet einen strukturierten Rahmen und versteht sich zunehmend nicht nur als Bildungsort, sondern auch als Lebensort für die Schülerinnen und Schüler. In erster Linie orientiert sich Schule aber an ihrer Aufgabe, die Kinder zu qualifizieren, ihnen Allgemeinbildung zu vermitteln und somit die Voraussetzungen für eine gesellschaftliche und berufliche Perspektive zu schaffen.

Demgegenüber betrachtet Schulsozialarbeit den jungen Menschen nicht nur in seiner Rolle als Schüler*in, sondern vor allem auch als einen heranwachsenden Menschen mit sehr individuellen Erfahrungen und sehr komplexen Lebensumständen. Schulsozialarbeit berücksichtigt immer die aktuellen Lebensbedingungen, die familiären und sozialen Systeme und deren Wirkung auf den jungen Menschen. Diese ganzheitliche Herangehensweise von Schulsozialarbeit basiert auf den Prinzipien der Jugendhilfe. Schulsozialarbeit unterstützt Kinder und ihre Familien in ihrem grundlegendsten Recht, dem Recht auf eine Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Lebenskompetenz sowie dem Recht auf Bildung.

Schulsozialarbeit an der Godehardschule Göttingen:

Seit dem 01.12.2020 steht der Godehardschule Frau Nina Lauterbach (Magister Pädagogin und Sozialwissenschaftlerin) als Schulsozialarbeiterin zur Verfügung. Sie arbeitet mit 31,5 Stunden in der Woche an der Grundschule.

Das Angebot der Schulsozialarbeit richtet sich ausdrücklich an alle Schüler und Schülerinnen der Schule. Es wird keine Eingrenzung auf bestimmte Problemgruppen vorgenommen und sie wird als offenes Angebot verstanden. Dieser breite Zielgruppenbezug wird durch ein komplexes Angebot eingelöst, das sich von Elternsprechtagen (ggf. Eltern-Café nach der Pandemie) über Individualhilfen und soziale Gruppenarbeiten bis hin zur Gestaltung des AG-Nachmittags zieht.

Die Schulsozialarbeit ist nicht dafür da, Wege abzunehmen, sondern diese zu begleiten und zur Selbstständigkeit zu motivieren.

Handlungsschwerpunkte:

1.  Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung

Die Kernleistung der Schulsozialarbeit ist die Unterstützung der Entwicklung der Persönlichkeit. Im Vordergrund steht die Stärkung der individuellen Sozial- und Selbstkompetenzen. Die Schulsozialarbeiterin unterstützt hierbei die Kinder. Die Angebote werden in den einzelnen Klassen oder in Kleingruppen (sowohl in Unterrichtsstunden als auch im Ganztagsangebot) durchgeführt. Hierzu gehört die Übernahme der 20 Sozial­kom­pe­tenz­stunden, die in den Klassen pro Schuljahr zu erfüllen sind. Die Schulsozial­arbeiterin erfährt durch die Lehrkräfte, welche aktuellen Probleme in den Klassen domi­nieren und wird sich denen annehmen. Die Absprache der Termine erfolgt dann direkt mit den Lehrkräften.

Im Ganztag werden AGs angeboten, die spielerisch und kreativ die Identitäts- und Persönlich­keits­entwicklung fördern. Auch werden „aktive Pausenzeiten“ eingeführt, in denen die Kinder wöchentlich ein- bis zweimal eine Spiel- und Bewegungseinheit erfahren können. Hierzu gehört auch die Gestaltung der Regenpause innerhalb des Schulgebäudes oder der Sporthalle.

In Klasse 3 wird ab dem Schuljahr 2020/2021 die Ausbildung von Mediatoren stattfinden. Dies wird sich dann jedes Schuljahr wiederholen, sofern es von den Kindern gut angenom­men wird.

 

2.  Für die Schulsozialarbeit ist die zentrale Aufgabe die Einzelfallhilfe.

Beraten werden Kinder, Eltern und Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte und jene, die Unterstützung suchen. Die Vielfalt der Themen ist sehr groß: Liebenskummer, (Cyber-)Mobbing, familiäre und/oder schulische Probleme, aber auch Gewalterfahrung in den Familien oder durch Außenstehende können vorkommen.

Um solche sensiblen Themen mit jemandem zu besprechen ist Vertrauen und eine ver­trauens­volle Beziehungsarbeit sehr wichtig. Ebenso gilt das Prinzip der Freiwilligkeit und Niedrigschwelligkeit. Niemand wird gezwungen, sich auszusprechen, aber die Hilfe wird angeboten. Bieten Lehrkräfte Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eines Gespräches mit der Schulsozialarbeiterin an, können diese dort über Probleme sprechen, wenn sie es möchten.

Zur Sensibilisierung der Lehrkräfte für die Problemthemen der Kinder wird die Schulsozial­arbeiterin zweimal im Schuljahr interne Fortbildungen für die Lehrkräfte (Umfang ca. 1 ½ Stunden) anbieten.

3.  Übergänge begleiten

Ein weiteres Angebot der Schulsozialarbeit ist die Begleitung von Übergängen innerhalb des Systems Schule, also im Falle der Godehardschule vom Kindergarten in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule nach Klasse 4. Die Schulsozialarbeit ermög­licht hier eine wesentliche Schnittstelle und bietet verschiedene Angebote an, um den Schülern und Schülerinnen und Eltern die Wege aufzuzeigen. Hierzu gehören themen­bezogene Elternabende und Elterngespräche mit den Eltern über die Zukunft der Kinder. So können die Eltern in der Entscheidungsfindung unterstützt und beraten werden.

4.  Ausbau der Erziehungs- und Bildungsgemeinschaft Eltern/Sorgeberechtigte und Schule

Zu den Aufgaben der Lehrkräfte gehört das Führen von Gesprächen mit Eltern und Sorge­berechtigten. Die Aufgabe der Schulsozialarbeiterin besteht darin, unterstützend mitzu­wirken und den Kontakt mit den Eltern aufzubauen. Ein Einstieg soll ab dem Schuljahr 2020/21 durch das Angebot eines monatlich stattfindenden Eltern-Cafés ermöglicht werden, bei dem die Schulsozialarbeiterin einen offenen Raum für Fragen und Gespräche anbietet. Zudem werden schon jetzt zweimal in der Woche Sprechstunden für Eltern (montags zwischen 10:00 Uhr und 11:00 Uhr und donnerstags zwischen 11:30 und 12:00 Uhr) angeboten. Demnächst wird eine Nachmittagssprechstunde hinzukommen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in die Sprechstunde zu kommen. So können Eltern direkt zur Schulsozialarbeiterin gehen und offen über Probleme reden, Fragen stellen und Anregungen geben. Ebenso kann auf Anraten der Lehrkräfte der Kontakt mit den Eltern zustande kommen, wenn Bedarf bei der Unterstützung oder Beratung in Krisensituationen im Elternhaus besteht. Die Schulsozialarbeiterin kann in diesem Fall Kontakte zur Beratungsstelle und/oder anderen sozialen Dienstleistern der Jugendhilfe herstellen und es können gemeinsame Strategien entwickelt werden, Krisen zu bewältigen.

 

5.  Auf- und Ausbau interner und externer Kooperationsstrukturen

Die Schulsozialarbeiterin muss sich um den Auf- und Ausbau interner und externer Kooperations­strukturen bemühen, um ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Dies ist eine Aufgabe, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Sie soll sich im Sozialraum der Schule bekannt machen, um schnellere Hilfen möglich zu machen. Aufgrund der Pandemie­beschränkungen wird dies jedoch erst intensiver möglich sein, wenn die Beschränkungen weitestgehend aufgehoben sind. Nach der Aufhebung der pandemiebegründeten Beschrän­kungen kann die Schulsozialarbeiterin an Arbeitskreisen teilnehmen und die wichtigen Personen aus den diversen Institutionen im Sozialraum kennenlernen. In der Folge könnten zukünftig auch Projekte gemeinsam geplant, durchgeführt und externe Partner eingeladen werden. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit dem Jugendhilfedienst, den Nachbarschulen und Kindergärten sowie mit der Gemeinde Godehard und den Kinderhäusern, örtlichen Vereinen, etc. an.

Methoden:

Schulsozialarbeit bedient sich verschiedener Beratungs- und Unterstützungsmethoden. Sie soll als Interventionsmaßnahme oder als Präventivmaßnahme dienen. Die zentrale Tätigkeit ist eine Beratung von SuS, Lehrkräften, Eltern und Bezugspersonen. Methoden sind:

  • Einzelfallberatung

  • Elternberatung

  • Familienberatung

  • Gruppenberatung

  • Soziales Training

  • Gewaltprävention

  • Suchtprävention

  • Streitschlichterausbildung

  • Anti-Mobbing Training

  • Hospitationen im Unterricht

(um Kontakt zwischen Schülern und Schülerinnen und Schulsozialarbeiterin herzustellen. Es kann sich ein Bild vom Klassenklima gemacht und Vertrauen aufgebaut werden.)

 

Räumliche und zeitliche Verankerung (Stand März 2021):

Die Schulsozialarbeit findet im Erdgeschoss im Büro der Schulsozialarbeiterin statt. Frau Lauterbach ist zu Pandemiezeiten montags bis donnerstags von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr (in der Regel) im Haus. Diese Angaben werden, sobald der normale Ganztagsunterricht wieder aufgenommen werden kann, nochmal an die Gegebenheiten angepasst und das Konzept wird dementsprechend ergänzt und korrigiert.